Tanzszene („Cassone Adimari“)
Giovanni di Ser Giovanni detto lo Scheggia
Giovanni di ser Giovanni, bekannt als Lo Scheggia (1406 – 1486)
MALEREI
Datenblatt
- Autor: Giovanni di Ser Giovanni detto lo Scheggia
- Datum: 1450
- Sammlung: MALEREI
- Technik: Tempera und gold auf tafel
- Abmessungen: 88,5 x 303 cm
- Inventar: Inv. 1890 n. 8457
Werkbeschreibung
Das Werk ist als „Cassone Adimari“ bekannt, da man bis Anfang des letzten Jahrhunderts annahm, dass es sich um die Vorderseite einer Hochzeitstruhe handelte, einem Möbelstück, das normalerweise im Schlafzimmer aufgestellt wurde und die Mitgift der Braut enthielt, die als Hochzeitsgeschenk überreicht wurde. Außerdem wurde angenommen, dass es für eine Hochzeit der Adimari-Familie im Jahr 1420 angefertigt wurde. Es handelte sich um den Mittelpunkt eines Brettes, eines hölzernen Möbelstücks, das an die Wände gehängt wurde und das aus stilistischen Gründen nicht vor Mitte des 15. Jahrhunderts datiert werden kann.
Die Szene stellt ein Hochzeitsfest in Florenz dar: man erkennt die Loggia del Bigallo auf der linken Seite und das Baptisterium im Hintergrund. Unter einem Vorhang und in Anwesenheit einiger Musiker findet ein typischer florentinischer Tanz statt, bei dem sich Paare langsam bewegen und sich an den Fingern halten. Die Figuren tragen luxuriöse, mit Perlen besetzte und in Gold und Silber gewebte Kleider, die der Mode der Jahrhundertmitte entsprechen. Auf der linken Seite sind zwei Diener dabei, ein Becken und ein Gestell in eine Wohnung zu tragen: wahrscheinlich handelt es sich dabei um die Prozession, die die Braut in das neue Haus ihres Mannes begleitet, zusammen mit einer reichen Auswahl an Geschenken (domumductio).
Der Maler, der früher als Meister des Cassone Adimari bekannt war, wurde als Giovanni di ser Giovanni, bekannt als Lo Scheggia, Bruder des berühmten Masaccio, identifiziert, der sich auf die Herstellung von Luxusmöbeln und Kommoden für die florentinischen Adelsfamilien spezialisiert hatte, die immer zwischen den perspektivischen Neuerungen der Renaissance und der extremen gotischen Eleganz schwankten.