Die Beweinung Christi mit der Jungfrau Maria, der Heiligen Katharina von Alexandrien und dem Stifter
Santi di Tito
MALEREI
Datenblatt
- Autor: Santi di Tito
- Datum: um 1592
- Sammlung: MALEREI
- Technik: Öl auf Tafel
- Abmessungen: 224,4 x 193,5 cm (mit Rahmen)
- Inventar: Inv. 1890 nr. 4637
Werkbeschreibung
Das Altarbild zeigt die Beweinung der Jungfrau über den Leichnam Christi, der soeben vom Kreuz abgenommen wurde, in Anwesenheit der Heiligen Johannes der Täufer und Katharina und des Auftraggebers Ernando Sastri aus Spanien, erkennbar an seinem Wappen und der Rüstung mit dem Kreuz des Stephansordens auf dem Brustpanzer. Ernando, ein Spanier, der in Florenz am Hof von Cosimo I. aufgewachsen war, war 1576 zum Ritter geschlagen worden. Später wurde er zum Gouverneur der Fortezza da Basso ernannt und gab das Gemälde für die Kapelle des Heiligen Johannes des Täufers in der Fortezza in Auftrag, dessen Titelfigur anstelle des üblichen Apostels Johannes in der Szene erscheint. Der Autor des Werks, Santi di Tito, war einer der wichtigsten Interpreten der Malerei der Gegenreformation, die vereinfachte Kompositionen bevorzugte, in denen die Darstellung des Schmerzes nicht übertrieben, sondern intim und kontemplativ war. Solche Merkmale finden sich in der vorliegenden Beweinung, in der die Figuren in einer meditativen Haltung angesichts des heiligen Ereignisses und der ganz und gar inneren Tragödie Marias dargestellt werden, die ihre Resignation nur durch die Geste ihrer hängenden Hand zum Ausdruck bringt.
Der Leichnam Christi, der im Vordergrund zur Anbetung der Gläubigen dargeboten wird, wurde unmittelbar über dem Altartisch platziert, wodurch das Opfer der Eucharistie, ein Dogma, das von den Protestanten angefochten und von der Gegenreformation nachdrücklich bekräftigt wurde, visuell umgesetzt wird.
Das Gemälde kann aus stilistischen Gründen in die frühen 1690er Jahre datiert werden.